Daten in Anwendung: Wie POLAR und BMI2 den Nutzen der LOOP BMIP erweitern
26.06.2026 13:21
Mit der The LOOP Zurich Biomedizininformatik-Plattform (LOOP BMIP) entwickelt The LOOP Zurich eine gemeinsame Dateninfrastruktur für die Hochschulen und universitären Spitäler in Zürich. Plattformprojekte fördern institutionenübergreifende Vorhaben, die neue Datentypen integrieren oder innovative Analyseverfahren für grosse, heterogene medizinische Datensätze entwickeln.
Im Jahr 2025 wurde die Entwicklung der LOOP BMIP vorangetrieben und steht nun unmittelbar vor der Einführung in den Betrieb. Die technische Basis und ein zentrales Benutzerportal wurden aufgebaut, standardisierte Protokolle für den Datenaustausch zwischen den Institutionen definiert und ein übergreifendes Rahmenabkommen für gemeinsame Datenprojekte erarbeitet. Parallel dazu wurden zentrale Datenschutz- Aspekte mir den zuständigen Behörden geklärt. Seit Anfang 2026 wird die LOOP BMIP in einer erweiterten Testphase mit ausgewählten Nutzerinnen und Nutzern validiert und wird ab dem 3. Quartal 2026 den Forschenden an den beteiligten Institutionen zur Verfügung stehen.
Innerhalb dieser Infrastruktur zeigen die Plattformprojekte POLAR und BMI2, die Anfang 2024 gestartet wurden, wie sich der Nutzen der LOOP BMIP konkret erweitern lässt: weg von der blossen Verfügbarkeit klinischer Daten hin zu spezialisierten Daten- und Analyseumgebungen für proteomische Lymphomforschung und KI-gestützte Bildgebung. Die Erfahrungen aus beiden Projekten sollen in die Weiterentwicklung der LOOP BMIP einfliessen – etwa bei Fragen zu Datenformaten, Analyse-Pipelines, FAIR-konformen Datenbanken oder Governance-Prozessen für neue Datentypen.
POLAR: Mehr Nutzen durch Proteomik
POLAR (ProteOmics for Lymphoma and Prognostication) zeigt exemplarisch, wie die LOOP BMIP durch spezialisierte Datenräume und Analysen zusätzliche Wirkung entfalten kann. Das Projekt baut eine der weltweit grössten systematischen Proteom-Datenbasen für Lymphomerkrankungen auf und verknüpft diese mit klinischen und anderen molekularen Informationen, um Lymphomsubtypen besser zu charakterisieren, Krankheitsverläufe genauer vorherzusagen und Therapien gezielter auszuwählen.
Ein besonderer Fortschritt liegt in der zuverlässigen Auswertung formalin-fixierter Gewebeproben, die in der klinischen Routine sehr häufig vorkommen. Dies wird den Einsatz moderner Proteomik im klinischen Alltag ermöglichen. Die hochstandardisierten, teilweise automatisierten Labor- und Analyseprozesse sowie die nach FAIR-Prinzipien aufgebaute Datenbank erweitern den Nutzbarkeit der LOOP BMIP, indem sie einen qualitätsgesicherten Zugang zu komplexen Proteomdaten schaffen – sowohl für lokale als auch für international vernetzte Forschungsprojekte.
BMI2: Mehr Nutzen durch Bilddaten und KI
BMI2 (Biomedical Informatics Imaging Platform) erweitert den Nutzen der LOOP BMIP, indem es medizinische Bildgebung systematisch in die Plattform integriert und für KI-gestützte Auswertungen aufbereitet. Das Projekt entwickelt eine einheitliche, SPHN-kompatible Infrastruktur für Bilddaten aus Radiologie, Pathologie, Strahlentherapie und weiteren Disziplinen und verknüpft diese mit klinischen und molekularen Informationen.
2025 standen konkrete Anwendungsfälle im Mittelpunkt: grosse, kuratierte Datensätze für Thoraxaufnahmen, PET/CT bei oligometastatischen Tumorerkrankungen und pädiatrische Hirntumoren wurden aufgebaut und für automatische Auswertungsverfahren und KI-Modelle nutzbar gemacht. Gleichzeitig wurden Metadatenstandards und Datenpipelines etabliert, die sich nahtlos an die BMIP anbinden lassen. Damit erweitert BMI2 den Nutzbarkeit der LOOP BMIP mittels eines strukturierten Zugang zu Bilddaten und schafft die Grundlage, KI-gestützte Bildanalyse schrittweise in Forschung und klinische Entscheidungsprozesse zu integrieren.
Die LOOP BMIP in Kürze
Die Biomedizininformatik-Plattform LOOP BMIP ist eine gemeinsame Forschungsinfrastruktur der Zürcher Universitätsspitäler und Hochschulen. Sie verknüpft klinische Daten aus verschiedenen Institutionen in einer sicheren, standardisierten Umgebung und macht sie für Forschung und qualitätsgesicherte Analysen nutzbar, damit neue Erkenntnisse schneller in die Versorgung zurückfliessen.
Weiterführende Informationen:
Plattformprojekte in Kürze
Plattformprojekte sind ein Förderinstrument von The LOOP Zurich, das gezielt Projekte unterstützt, die die Nutzbarkeit der LOOP BMIP erweitern – zum Beispiel durch die Integration neuer Datentypen wie Omics- oder Bilddaten oder durch neue Analyse- und KI-Methoden für grosse, heterogene Datensätze. Sie sind institutionenübergreifend angelegt und bündeln komplementäre Kompetenzen und Ressourcen.
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