03 Balgrist

Zwei neue Translationale Projekte starten 2026

26.06.2026 13:25

Aus 17 Bewerbungen wurden im Rahmen des 3. Call for Proposals for Research Consortia zwei institutionsübergreifende Projekte im Bereich der Präzisionsmedizin zur Förderung ausgewählt.

Auf den 3. Call for Proposals for Research Consortia (2025–2026) von The LOOP Zurich sind insgesamt 17 Bewerbungen eingegangen. Nach einer ersten Begutachtungsrunde wurden 7 Konsortien eingeladen, ein Full Proposal einzureichen. In einem anschliessenden Evaluationsverfahren – unter Einbezug externer Gutachten und des zuständigen Evaluationsgremiums – konnten schliesslich zwei Projekte zur mehrjährigen Förderung ausgewählt werden: ReGenStent und AU-FUS Brain Networks. Beide Vorhaben sollen innovative Ansätze im Zürcher Universitätsmedizin-Verbund gezielt in Richtung First-in-Human-Anwendung voranbringen.

Stärkung des translationalen Ökosystems in Zürich

Gemeinsam spannen die beiden Projekte den Bogen von der kardiovaskulären Regeneration bis zur Präzisions-Neuropharmakologie. Sie vereinen die Expertise der Universität Zürich, der ETH Zürich, des Universitätsspitals Zürich, des Universitäts-Kinderspitals Zürich sowie weiterer Partnerinstitutionen. Mit klar definierten regulatorischen und klinischen Übersetzungspfaden leisten ReGenStent und AU-FUS Brain Networks einen Beitrag zum Ziel von The LOOP Zurich, exzellente biomedizinische Forschung in bessere Diagnostik und Therapien für Patientinnen und Patienten zu übertragen.

AU-FUS Brain Networks: Nicht-invasive Präzisions-Neuropharmakologie

AU-FUS Brain Networks verfolgt unter dem Projekttitel „Personalisierte Gehirntherapie durch nicht-invasive, fokale pharmakologische Netzwerkintervention mittels AU-FUS“ die Entwicklung einer nicht-invasiven Fokussierte-Ultraschall-Plattform für lokale Medikamentenfreisetzung im menschlichen Gehirn und baut dabei auf umfangreiche präklinische Arbeiten in Großtiermodellen auf.

Das Projekt bringt mehrere Bausteine zusammen: die Entwicklung und Optimierung von Fokussierenden Ultraschall (FUS) Quellen, speziellen Ultraschall-sensitiven molekularen Trägersystemen, sowie adaptiver Modellierung für gezielte Ultraschall Einstrahlung. Ziel ist es, mittels FUS die Nano-Träger an definierten Positionen zu aggregieren und so lokal die Wirkstoffe zu vearbreichen. Experimente haben gezeigt, dass lokale Wirkstoffanreicherungen um drei Grössenordnungen erreicht werden können.

Wirkstoffe werden in spezielle Nano-Träger verpackt, die nach strengen Qualitätsstandards hergestellt werden. In Sicherheitsstudien wird sorgfältig geprüft, wie gut diese Wirkstoffträger verträglich sind. Mithilfe moderner Computermodelle des Gehirns planen die Forschenden außerdem sehr genau, wo und wie die Medikamente im Gehirn freigesetzt werden sollen. Das gemeinsame Ziel all dieser Arbeiten ist es, diese neue Methode erstmals in einer klinischen Studie bei Menschen mit therapieresistenter Epilepsie anwenden zu können.

Das Projekt soll im Dezember 2026 starten und wird durch die Vontobel‑Stiftung ermöglicht.

ReGenStent: Eine regenerative, selbstauflösende Stent-Plattform für Kinder mit angeborenem Herzfehler

ReGenStent verfolgt unter dem Projekttitel „Regenerative, selbstauflösende Gefässstützen für Kinder mit angeborenem Herzfehler“ die Entwicklung einer bioresorbierbaren Stent-Plattform, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern mit angeborenen Herzfehlern zugeschnitten ist und einen wichtigen ungedeckten Bedarf in der pädiatrischen Kardiologie adressiert.  In den nächsten fünf Jahren will das Team den Stent soweit fertigentwickeln, dass er bereit für den Einsatz am Menschen ist. Dazu wird das Design Schritt für Schritt verfeinert, die Sicherheit und Wirksamkeit in sorgfältig geprüft und ein klar geregelter Herstellungsprozess definiert. So entsteht die Grundlage dafür, diese neue Stent-Technologie erstmals in einer klinischen Studie mit Kindern in Zürich zu testen

In Sicherheitsstudien wird sorgfältig geprüft, wie stabil und verträglich diese Stents im Blutkreislauf von wachsenden Kindern sind. Mithilfe moderner Computermodelle und Bildgebung planen die Forschenden ausserdem sehr genau, welche Form und Grösse die Stents haben sollen und wie sie sich beim Wachstum der Gefässe verhalten. In einer ersten klinischen Studie in Zürich wird diese neue Technologie erprobt.  Ziel dieser Arbeiten ist es, Kindern mit angeborenem Herzfehler eine wachstumsfreundliche, regenerative Lösung zu bieten als Alternative zu Metallstents, die im Laufe des Wachstums mehrfach erstetzt werden müssen, was für das Kind wiederholte Operationen erfordert.

Das Projekt soll im November 2026 starten.