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URGENT LOOP

Den Gendefekt korrigieren, statt die Symptome zu behandeln

Ziel: Entwicklung einer Gentherapie zur dauerhaften Heilung angeborener Harnstoffzyklusstörungen mittels Prime Editing

In den letzten Jahren hat die Entwicklung von Technologien, die gezielt das Erbgut korrigieren können, enorme Möglichkeiten eröffnet, seltene genetische Krankheiten nicht mehr nur zu behandeln, sondern grundlegend zu heilen. Ein besonders vielversprechendes Projekt in diesem Bereich ist «URGENT-LOOP», geleitet von Expertinnen und Experten des Kinderspitals Zürich (Kispi), der Universität Zürich (UZH) und der ETH Zürich unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Häberle.

Ziel des Projekts ist es, mittels Prime Editing eine dauerhafte Heilung der Citrullinämie Typ 1 (CTLN1) zu ermöglichen – einer seltenen angeborenen Harnstoffzyklusstörung, die bei betroffenen Kindern schon kurz nach der Geburt zu lebensbedrohlichen Ammoniak-Vergiftungen, Hirnschäden und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

URGENT-LOOP bietet eine neue Möglichkeit, den zugrunde liegenden Gendefekt direkt an der Quelle zu korrigieren, statt ihn wie bisher nur mit Diät, Medikamenten oder einer Lebertransplantation symptomatisch zu behandeln.

Was ist Prime Editing?

Prime Editing ist eine moderne Gentechnologie, mit der sich Fehler im Erbgut gezielt reparieren lassen – wie eine Art «Korrekturprogramm» für die DNA. Ein spezielles Werkzeug findet zunächst die genaue Stelle im Erbgut, an der eine krankheitsauslösende Veränderung vorliegt. Anders als bei älteren Methoden wird die DNA dabei nicht komplett durchtrennt, sondern nur ganz leicht angeritzt. An dieser Stelle schreibt das System dann die richtige, gesunde Erbgutsequenz ein und korrigiert damit den Fehler direkt.

Weil die DNA nicht komplett durchtrennt wird, ist dieses Verfahren besonders schonend und sicherer als frühere Gentechnologien wie CRISPR. Zudem kann es fast jede Art von kleinem Erbgutfehler beheben. Bei URGENT-LOOP wird dieses Reparatur-Werkzeug in winzige Fetttröpfchen verpackt, über das Blut zur Leber transportiert und korrigiert dort direkt den fehlerhaften Abschnitt im Erbgut, der die Krankheit auslöst.

Bedeutung für den Forschungsplatz

URGENT-LOOP verbindet modernste Gentechnologie mit erstklassiger klinischer Medizin. Durch die Kombination von Prime Editing, einem schonenden Transportsystem für die Wirkstoffe und einer sorgfältig geplanten ersten Anwendung am Menschen am Kinderspital Zürich entsteht eine Therapie mit echter Aussicht auf Heilung – für eine Krankheit, die bisher nur mit Diät und Medikamenten gelindert, aber nicht behoben werden konnte.

Damit leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gentherapie für seltene Erbkrankheiten und zur Stärkung des Forschungsstandorts Zürich in der Präzisionsmedizin.

Stoffwechselkrankheiten

Das Konsortium

Haeberle

Johannes Häberle, Universitäts-Kinderspital Zürich.

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Gerald Schwank, Universität Zürich, Institut für Pharmakologie und Toxikologie.

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Jacob Corn, ETH Zürich, Departement Biologie.

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Michael Krauthammer, Universität Zürich, Institut für Quantitative Biomedizin.

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Nikola Biller-Andorno, Universität Zürich, Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte.